Fallschutz - Wissenswertes

Fallschutz, das richtet sich bei uns nicht auf den Schutz vor dem Fallen - sondern auf den bestmöglichen Schutz, wenn es doch zum Fall bzw. Sturz kommt. Einen einfachen Fall beim Stolpern können schon dünne Fallschutzmatten von 10 mm schmerzlindernd abdämpfen, nicht aber einen Sturz aus 2 Metern Höhe. Dazu werden z.B. Fallschutzmatten mit 60 mm Stärke benötigt. Um einheitlich festzulegen, welche Anforderungen an Fallschutzmatten gestellt werden, musste einmal mehr auf dieser Welt normiert werden. Grundlage dabei ist ein sogenannter HIC-WERT. Das steht für Head-Injury-Criteria, also Kopf-Verletzungs-Kriterium. Eine Halb-Kugel, die in Gewicht und Größe ungefähr einem Kinderkopf entspricht, fällt zur Ermittlung eines Wertes aus einer gewissen Höhe auf die zu testenden Fallschutzmatten. Ein Sensor an der Kugel misst den Aufprall auf den Fallschutzmatten. Ein Wert von 1000 ist so normiert worden, dass man davon ausgeht, dass es zu keinen gravierenden Schädelverletzungen kommen wird, wenn man auf die Fallschutzmatten fällt.
Ein Wert unter 1000 bedeutet, dass die Fallschutzmatten die Anforderungen der DIN-Norm für die Höhe aus der die Kugel gefallen ist, erfüllt. Die Fallhöhe bezieht sich in der praktischen Anwendung immer auf die mögliche Absturzhöhe - das ist dort, wo sich die Füße der Kinder auf einem Spielgerät "legal" befinden. Also Flächen, die für das Stehen auch tatsächlich von dem Spielzeughersteller vorgesehen sind.

Untergrund und Umgebung

Der Untergrund unter Fallschutzmatten ist normenmäßig immer eine gebundene Fläche wie Asphalt, Beton oder ähnliches. In der Praxis wird auch oft auf abgezogenen Splittflächen mit Schotterunterbau verlegt. Sand ist ungeeignet, da er durch Wassereinwirkung ausgewaschen werden kann und so Hohlräume unter den Fallschutzmatten entstehen können.
Eine sinnvolle Fixierung der Fallschutzmatten sollte immer durch eine Verklebung erfolgen, entweder vollflächig auf gebundenen Untergründen oder seitenmäßig auf Splittflächen. Da Fallschutzmatten einer natürlichen Ausdehnung und Schrumpfung unterliegen, werden nicht verklebte Flächen schon nach einem Jahr unansehlich aussehen. Neben diesem Attraktivitätsverlust der Flächen können auch Stolperfallen entstehen und Unkraut kann sich durch die Fugen nach oben drängen, was wieder eine unerwünschte Zusatzbearbeitung durch Personal nach sich ziehen wird.
Fast automatisch kommt die Frage auf, wie groß ein solcher Fallschutzbereich denn sein sollte. 2 Meter rund um das jeweilige Gerätlautet die Antwort, da der Stürzende zumeist vom Spielgerät wegfallen wird, ist dieses eine logische und sichere Entfernung rund um alle Absturzmöglichkeiten des Spielgerätes.

Verlegung von Fallschutzplatten

Ein Fallschutzbelag sollte immer in irgendeiner Weise fixiert werden. Der dauerhafteste Untergrund ist in gebundenen Untergründen zu sehen. Hierauf können Fallschutzplatten vollflächig verklebt werden. Vollflächig verklebte Flächen sehen auch nach Jahren des Gebrauchs immer noch gut aus. Immer wieder ist in der Praxis zu sehen, dass Fallschutzplatten einfach lose nebeneinander gelegt werden. Nach spätestens einem Winter sehen diese Flächen schlecht aus. Die Platten sind oft auseinander gedriftet, Dreck hat sich in die Zwischenräume gesetzt und es entstehen Stolpergefahren, die auf einer Fallschutzfläche nichts zu suchen haben. Neben der vollflächigen Verklebung ist auch eine Seitenverklebung der Platten untereinander auf einer Feinsplitt-Topschicht sinnvoll.

Erst eine gute Verarbeitung sichert einen dauerhaften Fallschutz!

Alternativen zu Fallschutzplatten

Was ist aber denn nun schlecht an dem guten alten Sand auf dem Generationen von Kindern spielen und gespielt haben - oder an Kies oder Rindenmulch? Grundsätzlich können auch Sand, Kies oder Mulch als Fallschutz eingesetzt werden, alle 3 Beläge weisen jedoch gravierende Nachteile gegenüber Fallschutzplatten auf:

  • diese Beläge können weg-gespielt werden, es entstehen Löcher in denen das Verletzungsrisiko enorm steigt.
  • Fremdkörper können in diesen Belägen schwer entdeckt werden (Glasscherben, spitze Gegenstände, Hundekot, ...).
  • Sand und Mulch müssen in regelmäßigen Abständen nachgefüllt oder ausgetauscht werden, da sie sich zerreiben oder verrotten. Langfristig gesehen ist der Einsatz von Fallschutzplatten günstiger als der von allen anderen Belägen.